Denke an Dich und koste Deinen Namen.....wenn ich die Augen schließe, sehe ich einen nassen Körper durch´s Wasser nach oben schießen. Wenn ich die Augen schließe, sehe ich Formen und Licht, so kann ich am besten an Dich denken.
Wenn ich die geschlossenen Augen der Sonne zuwende, sehe ich eine Farbe, die ich nicht kenne und von der ich noch weniger weiß, wie sie heißt. Ist es ein Blau in dem stechenden Licht? Oder ist es weiß, gelb oder pfirsichfarben? Oder sehe ich vielleicht die Innenseite meiner Augenlider? Oder ist es die Erinnerung an die Farbe des Himmels, so wie ich ihn sah, bevor ich die Augen geschlossen habe? Es ist ein schneidendes Licht, eine fast kalte Farbe, obwohl die Augenlider prickelnd warm werden.Ich weiß, wie eine Wolke, so luftig und leicht sie auch sein mag- die Farbe verändert, es ist im Grunde eher eine Wahrnehmung, als eine Farbe. Und auch das Wissen um die beinahe geruchlosen alten Rosen hinter mir ändert die Farbe der Wahrnehmung, die mit einemmal kühl und sanft über den warmen, geheimnisvollen Duft der Nachtschattenpflanze sich neu kreiert.....
Verfasst am 08.06.2009 01:59:09 Uhr Europa hat gewählt ...was ich befürchtete ist eingetroffen, Europa hat gewählt und wie schon in den Niederlanden, hat es in ganz Europa einen Rechtsruck gegeben....leider. Natürlich geht mir die Frage im Kopf herum, ob die Menschheit aus dem zweiten Weltkrieg wirklich gelernt hat....mir klingen noch die bewegenden Worte des ehemaligen Buchenwalthäftlings Elie Wiesel von vorgestern im Ohr....nein ...die Menschheit hat leider nichts gelernt....
Es gibt noch ein paar sehr harte Gedankengänge eines "integrierten" Türken zur Wahl, die ich Euch nicht vorenthalten will.
Verfasst am 05.06.2009 14:19:29 Uhr Erdbeermund......Villon...... Mein Leuchtturmwärter Villon ist nicht mehr da...und ich vermisse ihn.....mein Poet....wie oft haben wir geträumt....und mit 80 wollten wir ja dann zum Mittelalterfeste und ein Tänzchen wagen?????? Jetzt ...da ich öfter auf Mittelalterfesten bin, denke sehr oft an Dich dort in der Ferne und wünschte, Du wärest hier....weißt Du noch, wie es begann.....??????????
Frau Schmitz ist wieder da. Na das kann ja
was werden.
Klappe zu Klappe auf. Wie jeden Tag das selbe
Spiel.
Vor ein Paar Tagen hat Frau Schmitz das
Rauchen aufgegeben. Zumindest sagt Sie das
jedem der es hören will.
Wer´s glaubt?
Zwanzig Jahre mache ich das schon mit!
Zwanzig Jahre! Das muss man sich erst mal
vorstellen.
Ich habe ja schon viel gesehen aber Frau
Schmitz setzt dem ganzen die goldene Krone
auf.
Klappe zu Klappe auf jeden Morgen. Das der
Putz noch nicht von der Decke gefallen ist.
Früher war alles besser. Das ist der
Lieblingsspruch von Frau Schmitz. Früher war
alles schöner, bunter, billiger und überhaupt
einfach besser. Und langsam fange ich auch an
das zu glauben! Bis vor 5 Jahren hat mich der
Herr Schmitz noch jedes Jahr poliert! Das
waren noch Zeiten. Aber wie schon erwähnt
früher war alles besser! Vor 5 Jahren hat
sich der Herr Schmitz neben mir auf gehangen.
Ein Kabel hat er sich um den Hals gelegt und
dann ist er vom Stuhl gesprungen. Und dann
war er Tod. Geweint hat die Frau Schmitz am
nächsten Tag. ,,Die schöne Lampe,´´ hat sie
gesagt. ,,Die war doch ein Erbstück von
meiner Mutter´´. Ich weiß ja nicht was ein
Erbstück ist , aber der Herr Schmitz tat mir
da mehr Leid als die Lampe. Wie er da gelegen
hat. Ganz blau.
Getrunken hat der Herr Schmitz. Das sagt
zumindest immer die Putzfrau die eigentlich
keine ist, aber von Frau Schmitz so behandelt
wird, wenn sie mit dem Besen gegen mich und
die anderen stößt und dabei mit Frau Schmitz
diskutiert.
,,Gesoffen hat der Vater. Wie ein Loch!´´
Getrunken hat er. Das stimmt! Aber trotzdem
fand ich ihn immer nett. Zumindest netter als
Frau Schmitz. Schon allein wegen der
jährlichen Politur.
30 Jahre war er mit Frau Schmitz zusammen. 30
Jahre das muss man sich erstmal vorstellen.
Ich kann ja nicht weglaufen aber er hätte es
doch tun können.
Früher war alles besser! Jeden Morgen Klappe
auf Klappe zu. Jeden Morgen seit 20 Jahren.
Zusammen mit ihrem Mann hat sie mich damals
gekauft.
Herr Schmitz war damals noch dünner. Das das
Kabel überhaupt so lange gehalten hat. Ein
Wunder und Frau Schmitz war damals auch noch
in einer besseren Verfassung. Ich kann mich
noch genau an den Tag erinnern. Mit einem
Kottbusser Bus Unternehmen haben sie mich
geholt. Für ein Umzugsunternehem war damals
kein Geld da. Daran hat sich in den 20 Jahren
auch nichts geändert.
Arbeiten sollt er gehen. Immer geschimpft hat
sie mit ihm. Arbeiten gegangen ist er. Jeden
Abend und lange hat er gearbeitet.
Wer´s glaubt?
Glücklich waren die beiden nicht. Nach 20
Jahren kennt man sich recht gut.
Mich mag sie auch nicht besonders. ,,Wenn der
Hermann Tod ist fliegst du raus!´´ Hat sie
früher immer zu mir gesagt. Jetzt ist der
Hermann schon 5 Jahre tot und ich bin immer
noch da. Jeden Morgen Klappe auf Klappe zu.
Jeden Morgen.
Mit Endscheidungen hatte es Frau Schmitz noch
nie leicht gehabt. Nur eine ist ihr wirklich
leicht gefallen.
Das war als der Mann vom
Bestattungsunternehmen in der Küche gesessen
hat.
Ein großer Mann mit Brille und Anzug war das.
Geraucht hat er. Aber nur Pfeife. Keine
Zigaretten wie es Frau Schmitz immer tut.
Auch wenn sie damit ja angeblich aufgehört
hat.
Der Mann kam herein und Frau Schmitz sagte zu
ihm sie wolle es kurz machen. Der billigste
Sarg und der billigste Stein wäre noch zu
teuer für den Hermann.
Verbrand haben sie den Hermann dann. Er steht
jetzt in mir in der hintersten Ecke. Neben
alten Fotos, die Frau Schmitz ab und zu
abends raus holt. Dann weint sie manchmal.
Wie gesagt früher war alles besser. Und
irgendwie stimmt es. Bevor ich zu Schmitzens
kam, stand ich bei Familie Knütters in
Bochum. Die beiden waren frisch verliebt. Die
erste Wohnung und ich war ihr erster
Schrank!
Eine schöne Zeit war das. Morgens kam Frau
Knütters herein und öffnete mich ganz
vorsichtig.
Nicht so wie es Frau Schmitz immer tut. Und
ab und zu kam Abends auch Herr Knütters
vorbei.
Die beiden passten zusammen wie Tür und
Klinke. Es war eine schöne Zeit. Bis Frau
Knütters eines Morgens mit dem Brief herein
kam. Irgendwas von Schulden und Scheidung hat
sie geredet. Geweint hat der Herr Knütters
und dann ist sie gegangen.
Ein paar Tage später kam ein Mann vorbei und
hat mir einen Aufkleber mit einem Kuckuck wie
er gesagt hat auf die rechte Schublade
geklebt.
Dann haben Sie mich abgeholt. Zusammen mit
den anderen. Nur der Schreibtisch und das
Bett durften bei Herrn Knütters bleiben.
Und so kam ich dann zu Schmitzens. Wie schon
oft gesagt. Früher war alles besser.
20 Jahre Tür auf Tür zu.15 Jahre Streit. 5
Jahre Rauch. 5 Jahre ohne Politur. Für ein
paar Monate Glück.
Früher war alles besser. Früher war alles
schöner. Wer´s glaubt?
Morgen ist wieder einer dieser Tage.
Vielleicht kommen Sie mich ja dann endlich
holen.
Gestern hat Frau Schmitz mich ausgeräumt. Nur
die Asche hat sie drin gelassen. Geweint hat
sie als sie die Asche gesehen hat. ,,Wenn du
noch hier wärst, dann könntest du mir
wenigstens helfen.´´ Geliebt haben sie sich
nun wirklich nicht.
Heute Morgen haben mich ein paar Fremde
Männer auf die Straße gestellt. Kalt war es
draußen.
Und dann waren sie plötzlich da! Kinder. Ich
hatte noch nie zuvor Kinder gesehen. Wie
auch. Ein paar von ihnen schraubten mich
vorsichtig auseinander und luden den größten
Teil von mir auf einen Bollerwagen. Heute bin
ich Teil eines Baumhauses. Dem anderen Teil
trauere ich nicht nach. Ich bin zum ersten
mal in meinem Leben richtig glücklich. Nicht
als Schrank, aber als Baumhaus. Früher war
alles besser. Das stimmt. Aber nicht ganz.
Früher war auf jeden Fall nicht alles
schlecht. Aber das Glück liegt in der
Zukunft. Hier noch ein Spruch der früher mal
bei Knütters auf mir geklebt hat:,, Für den
Optimisten ist das Leben kein Problem, es ist
bereits die ganze Lösung:´´
Ach ja der Hermann liegt jetzt unter mir am
Baum verstreut. Die Kinder haben mit ihm
Indianer gespielt. Glücklicher als vorher ist
er jetzt ganz bestimmt. Da bin ich mir
sicher!
Nachts...wenn die Dunkelheit zu leuchten
beginnt
Nachts...wenn jedes Licht Zauberkraft
gewinnt
Nachts...wenn die Stille zu schreien beginnt
Nachts...wenn jeder Laut an Geheimnis
gewinnt
Auge...welches die Nacht durchdringt
Auge...welches dunkle schönheit ersinnt
Mund...welchem ein leises Wispern entweicht
Mund...dessen lautloser Schrei uns erreicht
Ja Nachts da lebe ich, wenn der Dunkelheits
Licht Zauberkraft gewinnt
und mein Auge die nächtliche Schönheit
ersinnt
Ja Nachts da lebe ich, wenn durch des stille
Laut mich ein Geheimnis erreicht
und meinem Mund ein lautloser wispernder
Schrei entweicht